Ilulissat

Ilulissat

Wir liegen in Ilulissat, der drittgrößten Stadt Grönlands, und warten auf drei neue Crewmitglieder für die letzte Etappe bis nach Nuuk in Südgrönland. Neben den etwa 4.500 Einwohnern gibt es 1.800 Schlittenhunde, die im Winter als Zugtiere für die Hundeschlitten genutzt werden. Der grönländische Schlittenhund ist sehr nah mit dem Wolf verwandt und hat sich durch Jahrtausende dem Polarklima perfekt angepasst.


Leider hat sich das Wetter verschlechtert, was uns jedoch nicht davon abhält, ausgedehnten Wanderungen zum Eisfjord und ins Hinterland zu unternehmen. Zum Schutz gegen Eisbären sind hier großkalibrige Waffen in jedem Geschäft frei verkäuflich.

Es gibt ein Vier-Sterne-Hotel, und wer Lust hat, kann in einem Iglu aus Aluminium übernachten und den Blick auf die vorbeiziehenden Eisberge genießen.

Eisberge in der Disko Bay

Eisberge in der Disko Bay

Auf dem Weg von Aasiaat nach Ilulisaat passieren wir bei strahlendem Sonnenschein die vielen Eisberge, die hier aus dem Kangia-Eisfjord abbrechen und hinaus aufs Meer treiben. Die Eismassen stammen vom Sermeq Kujalleq, dem produktivsten Gletscher der nördlichen Hemisphäre, der jährlich 70 Mio. Tonnen Eis produziert. Die riesigen Abbruchstücke mit einer Dicke von bis zu 1.000m treiben zunächst frei im Fjord, denn hier hat der Meeresarm eine Tiefe von 1.200m. An der Mündung in die Disko Bay hat der Fjord noch eine Tiefe von 200 m, weshalb ein Rückstau der Eisberge im Fjord entsteht. Nur die kleineren Eisberge treiben hinaus ins offene Meer. Doch selbst diese Stücke sind so groß, dass sie auf ihrer langen Reise – zunächst nördlich in die Baffin Bay und anschließend entlang der kanadischen Küste – erst auf der Höhe von New York endgültig schmelzen. Auch der Eisberg, der 1912 die Titanic zum Sinken brachte, stammte vermutlich aus Westgrönland.

Grönland erreicht

Grönland erreicht

Liebe Segelfreunde,

am Samstag, dem 26.08., haben wir um 07.45 Uhr, 547 sm nach unserem Start in Pond Inlet, nun Aasiaat und damit Grönland erreicht. Der Wind hatte auf NNW 6-7 Bft. zugelegt. Mit bis zu 9 kn waren wir zu schnell unterwegs und mussten weiter eintreffen, um nicht zu früh anzukommen. Gegen Ende August werden auch hier, etwa 250 km nördlich des Polarkreises, die Tage merklich kürzer und die Nächte wieder dunkler. Vor der Küste Grönlands sichteten wir wieder vermehrt Eisberge, und wir wollten nicht noch in der letzten Nacht mit einer der Eisschollen kollidieren, die ständig von diesen im Meer treibenden Eisriesen abbrechen und selbst einer stabilen Yacht wie der Freydis gefährlich werden könnten.

LG Guido

Finaler Countdown

Finaler Countdown

Am vierten Tag nach unserem Start in Pond Inlet sind es noch 100 sm bis zur Westküste von Grönland. Der Wind weht aus NNW und hat wie vorhergesagt auf 6 Bft. zugelegt. Wir kommen gut voran und werden Aasiaat in der Disko Bay morgen früh erreichen. Die Freydis rollt ordentlich auf unserem Raumschotskurs, aber zum Glück ist keiner seekrank. Wir alle sind sehr gespannt auf die Gletscher Grönlands und was uns bei unserem Landfall erwartet. Von Ignatios werden wir über eine IRIDIUM-Satellitenverbindung mit aktuellen Eiskarten versorgt, die noch immer viel Eis in der Disko-Bay zeigen.

LG G

Halbzeit

Halbzeit

Hallo Segelfreunde,

Eisberg bei Nebel

Heute früh zum gemeinsamen Frühstück Bergfest gefeiert. Die Hälfte des Weges nach Grönland liegt hinter uns. Während meiner Nachtwache habe ich gleichzeitig bis zu 12 Eisberge gezählt, und wir mittendrin. Immer, wenn wir Vögel sehen, ist ein Eisberg nicht weit. Offensichtlich wird ein Eisberg gerne auch als Flugzeugträger genutzt. Aktuell steuern wir mit 110 Grad am Kompass in Richtung Disko-Bucht und haben mit der Querung der Baffin Bay begonnen. Das Wetterrouting von Meno Schrader (Wetterwelt) sah vor, zunächst bei N – NW Winden entlang der kanadischen Küste soweit nach Süden zu segeln, bis wir auf etwa 70 Grad Nord vermehrt Eisberge sichten, und dann nach Osten abzubiegen. Die Taktik bestand darin, nicht zu früh auf die grönländische Seite der Baffin Bay zu wechseln, sondern zunächst den Süd setzenden Labradorstrom an der kanadischen Seite zu nutzen. Außerdem nutzen wir dadurch, dass wir quasi linksherum segeln, den Tiefdruckwirbel, der in der Baffin Bay liegt, und segeln an der kanadischen Seite mit raumen Winden. Für morgen erwarten wir auf der grönländischen Seite nördliche Winde um 6 Bft., was für die Freydis kein Problem sein sollte.

Hier an Bord ist die Stimmung weiter sehr gut, und alle freuen sich auf die Gletscher Grönlands, hoffentlich bei Sonnenschein, den wir seit Tagen vermissen.

LG G